Schönhausener Schlossgespräche

Schloss Schönhausen - ein Ort wechselvoller Geschichte

 

Rokoko

 

Die preußische Königin Elisabeth Christine (1715-97) ist sicher die berühmteste Hausherrin von Schloss Schönhausen. Ihr Ehemann, der preußische König Friedrich II. (der Große), schenkte es ihr nach seiner Thronbesteigung 1740. Über ein halbes Jahrhundert nutzte die Königin es als Sommerresidenz und richtete in Schönhausen Empfänge, Hof- und Gartenfeste aus.

 

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-63), in dem das Schloss von russischen Truppen verwüstet worden war, ließ es Elisabeth Christine für eine repräsentative Hofhaltung aufwendig um- und ausbauen. Das Haus erhielt dabei seine heutige Gestalt. Durch die Neuausstattung mit Kaminen, Spiegeln und Stuckdekorationen wurde Schloss Schönhausen ein Meisterwerk des späten Rokoko.

 

Der große Festsaal im ersten Obergeschoss von 1764 ist dafür ein Beleg. Er wurde während der umfangreichen Baumaßnahmen 2005-09 restauriert und ist heute der letzte original erhaltene Rokoko-Saal in Berlin. Seit 2011 ist er Veranstaltungsort für die Schlossgespräche.

 

 

 

Kalter Krieg

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-45) wurde das Schloss ein zentraler Schauplatz des geteilten Deutschlands. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen der UdSSR und den Westmächten kam es 1949 zur doppelten deutschen Staatsgründung. Die erste Regierung der DDR wurde hier vereidigt.

 

Die DDR nutzte das Schloss, das fortan Schloss Niederschönhausen hieß, zunächst als repräsentativen Amtssitz für Wilhelm Pieck, den ersten und einzigen Staatspräsidenten (1949-60) und für den Staatsrat, der das Präsidentenamt nach Piecks Tod ersetzte (1960-64). Nach einer umfangreichen Sanierung, bei der man im zweiten Obergeschoss Appartements einrichtete, wurde Schloss Schönhausen Gästehaus der DDR-Regierung (1965-90).

 

Während der Friedlichen Revolution 1989/90 tagte auf dem Schlossgelände der Zentrale Runde Tisch, an dem Regierungsparteien und Oppositionsgruppen u.a. die ersten freien Wahlen in der DDR vorbereiteten. Im Juni 1990 fanden hier auch die „Zwei-Plus-Vier“-Gespräche statt - in Vorbereitung auf die Wiedervereinigung, die in Deutschland das Ende des Kalten Krieges besiegelte.

 

 

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Schloss Schönhausen, ca. 1878

Schloss Schönhausen, ca. 1878

Quelle: www.spsg.de

 

 

Treppenhaus im Schloss

Repräsentatives Treppenhaus im Schloss nach seiner Sanierung, 2011

 

 

Das Teehaus von Wilhelm Pieck im Schlossgarten

Festsaal im Schloss, 2011

 

 

Honecker im Schloss Schönhausen
Erich Honecker begrüßt Richard von Weizsäcker im Schloss Schönhausen, 1983