Schönhausener Schlossgespräche
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Alexander Osang

Buchvorstellung: Comeback
16. Juni 2015

 

Es war wieder großartig, vielleicht - obwohl das kaum vorstellbar ist -
noch besser als beim ersten Mal. Es gab irisches Bier und einen
Moderator, der gerade noch bester Lehrer Deutschlands war.
Vielen Dank Alexander Osang

 

Alexander Osang war nach 2012 ein zweites Mal zu Gast in Schönhausen. Es wurde für den Journalisten und Romanautor – trotz kleiner Verspätung aufgrund einer Recherche für einen aktuellen Spiegel-Artikel über die Fußballweltmeisterschaft 1990 – wieder ein Heimspiel. Im ausverkauften Festsaal des Schlosses sprach er mit Moderator Robert Rauh über seinen neuen Roman „Comeback“. Im Mittelpunkt seines Buches steht die ostdeutsche Rockband „Die Steine“ – eine Band aus den 1980er-Jahren zwischen Protest und Anpassung, die es nach den Irrungen und Wirrungen der Wende (Osangs „Lebensthema“) noch einmal wissen will und erneut auf Tournee geht.


Alexander Osang stellte gleich zu Beginn klar, dass es in seinem Roman mehr als um das gescheiterte Comeback einer Ostberliner Rockband gehe; es seien die großen Themen des Lebens: Liebe, Verrat und das Älterwerden, was für einen Rockmusiker „wohl noch schwerer“ sei. Er wollte sich aber nicht über eine alternde Band lustig machen; ihn hätten eher die Fragen beschäftigt: „Wie kann man mit seiner Vergangenheit leben? Wie kann man sich neu erfinden?“ Und im Kern ging es Osang um die Sehnsucht nach dem Moment, in dem es am schönsten war.


Am Schluss des Buches bedankt sich Osang bei zwei Berliner Bands: Pankow und Silly; betont aber: Dieses Buch erzähle weder die Geschichte von Silly noch die von Pankow. Zwar hat er „Pankow“ auf deren Jubiläumstour „Ein neuer Tag in Pankow“ im Jahr 2011 begleitet, aber er wollte „die reale Band nicht unter seiner Idee begraben“. Daher habe er sich letztendlich für einen Roman über eine fiktive Band und nicht für ein Sachbuch über eine reale entschieden.


Bevor Osang aus seinem Roman las, erläuterte der Moderator mit zustimmendem Kopfnicken des Autors die Romanstruktur. Das Buch setzt sich zusammen aus einer Reihe von  Einzelporträts: Jedem Kapitel ist einem Bandmitglied gewidmet. Der Stoff wird auch nicht chronologisch abgehandelt, obwohl die Geschichte eine konkrete Zeitspanne (1981 bis 2014) umfasst. Stattdessen springt der Autor zwischen den Jahren. Eine echte Herausforderung für den Leser, meinte Rauh. „Und für den Autor erst“, ergänzte Osang. 

 

 

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