Schönhausener Schlossgespräche
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Berlin-Heinersdorf. Eine Spurensuche

Buchvorstellung mit Daniel Becker und Sandra Caspers
6. Mai 2015

 

Jutta Limbach:
Mit herzlichem Dank für das intellektuell vergnügliche Gespräch über die Gartenstadt Heinersdorf.

 

Werner Krätschell:
Welch` schöner Abend über Heinersdorf! Ich danke sehr für die tolle,
bewährte Gesprächsführung und Moderation von Herrn Rauh und meinen `Mitheinersdorfern´ auf dem Podium.

 

Sandra Caspers:
Es war eine Freude und ein Vergnügen, zu Gast im benachbarten
Pankow zu sein.

 

Daniel Becker:
Die Zukunft liegt in Heinersdorf!

 

 

In einem launigen Gespräch plauderten Daniel Becker und Sandra Caspers über Heinersdorf. Die dramatischen Zeiten der 1920er Jahre und die gescheiterte Trabantensiedlung der DDR-Jahre standen dabei im Mittelpunkt. Mit einer Betrachtung von Vorher-Nachher-Bildern auf einer Großleinwand konnte das interessierte Publikum erleben, wie sich Heinersdorf in den letzten 100 Jahren verändert hat. Auf die Frage nach der Zukunft Heinersdorfs berichtete Daniel Becker über die Ankündigung des Bezirksamtes, im Jahr 2015 mit der Entwicklung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) zu beginnen, an dem Politik, Wirtschaft und Bürger gleichermaßen beteiligt werden sollen. Sandra Caspers ergänzte, dass die Zukunftswerkstatt in der Vergangenheit in zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen Spiel- und Sportplätze saniert und Bäume im öffentlichen Raum gepflanzt hat - ein sichtbares Zeichen für den Willen und die Kraft der Heinersdorfer Bürgerinnen und Bürger, ihren Ort zu gestalten. 

 

Das Buch betrachtet neben der Entstehung des Dorfes im Mittelalter vor allem das vorige Jahrhundert. Während die Weltmetropole Berlin wuchs und sich rasant entwickelte, steckte Heinersdorf fest. Vier Entwicklungskonzepte - vom vornehmen Gründerzeitvorort bis zur groß angelegten Plattenbausiedlung - wurden erarbeitet, doch nie umgesetzt. Dank Fördermitteln der Lottostiftung und weiterer Sponsoren ist es den Herausgebern gelungen, umfangreich zu recherchieren und viele neue Fakten über den wenig beschriebenen Ortsteil zusammenzustellen.

 

Im zweiten Teil des Abends berichteten Jutta Limbach und Werner Krätschell aus ihren Heinersdorfer Erinnerungen. Jutta Limbach war u.a. Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes und Berliner Justizsenatorin. Sie hat ihre frühe Kindheit in Heinersdorf verbracht. Ihr Vater, Erich Ryneck, war der einzige Bürgermeister, den Heinersdorf je hatte. Werner Krätschell ist der Enkelsohn des Heinersdorfer Pfarrers und Chronisten Johannes Krätschell. Er wuchs im Pfarrhaus auf, wo auch sein Vater als Evangelischer Pfarrer wirkte. Zwar waren sich die beiden fast gleichaltrigen Heinersdorfer Persönlichkeiten persönlich nie begegnet. Doch erinnerten sie sich an diesem Abend beide daran, wie sie als Kinder während der letzten Kriegstage täglich mit dem Bus in die Stadt gebracht wurden, um im Bunker des Reichstages eine sicheren Zufluchtsort für die Nacht zu finden. Der Bunker war in Schlafräume für Jungen und Mädchen aufgeteilt, die täglich aus verschiedenen Gebieten Berlins anreisten. Auch an die Evangelische Kindertagesstätte, die heute noch existiert, hatten beide lebhafte Erinnerungen.

 

Das Schlusswort hatte Jutta Limbach. Auf die Frage, was sie sich für Heinersdorf wünschte, antwortete sie: "Heinersdorf sollte doch als Gartenstadt erhalten bleiben!"

 

Weitere Informationen:
http://zukunftswerkstatt-heinersdorf.de/index.php/angebote-und-veranstaltungen/geschichtswerkstatt

 

 

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